In einer Hausarbeit mit Rechtsprechung arbeiten? Verboten?

Die erste Hausarbeit im Jura-Studium stellt Studierende vor eine große Herausforderung. Dabei werden diese – meinem Eindruck nach – v.a. durch die vielen formellen Vorgaben verunsichert. Es kommt immer wieder zu Missverständnissen, die folgenschwer sein können. Über ein solches möchte ich heute berichten – in der Hoffnung, dass dadurch diese kleine Hürde aus dem Weg geräumt werden kann.

Wichtig ist, dass man sich in einer Hausarbeit mit der Literatur und mit der Rechtsprechung zu dem fraglichen Thema beschäftigt. Es ist also weder ausreichend, sich nur mit der Literatur auseinanderzusetzen, noch ist es ausreichend, nur die Rechtsprechung auszuwerten. 

Als ich dies Studierenden im Rahmen des Mentorenprogramms meiner Universität so erläutert habe, wurde ich von diesen darauf hingewiesen, dass ihnen in der Vorlesung gesagt worden sei, sie sollten nicht mit Rechtsprechung arbeiten. Das hat mich dann nachhaltig verunsichert und ich habe nachgefragt, ob der Professor das auch begründet habe. Diese These war mir nämlich gänzlich neu und ich hatte keine Idee, worauf das ausdrückliche Verbot beruhen könnte, in einer Hausarbeit mit Rechtsprechung zu arbeiten. Daraufhin wurde mir eine Folie aus der Vorlesung vorgelegt, auf der stand:

Rechtsprechung darf nicht in das Literaturverzeichnis aufgenommen werden. Wird Rechtsprechung im Literaturverzeichnis genannt, stellt dies einen groben Fehler dar.

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Welcher Gewahrsam bei GPS-Überwachung des Fahrzeugs?

Heute soll es mal wieder um Jura im Alltag gehen. Als ich dieses Auto gesehen habe, musste ich an eine Fall-Konstellation denken, von der ich in einer Strafrechtsvorlesung gehört habe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das auf dem Foto abgebildete Fahrzeug ist GPS-überwacht. An welches Problem im Strafrecht kann das erinnern?
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Zum Bezugspunkt des Vertretenmüssens im Rahmen von §§ 280 I, III, 281 BGB

Tobias von Bressensdorf stellt in der Zeitschrift „Jura“ (2016, 535 ff.) einen Fall vor, in dem es um einen Pferdekauf zwischen K und der D-GmbH und damit verbundene Folgen in Gestalt einer Operation geht. In der Fall-Lösung wird ein Anspruch auf Schadensersatz aus §§ 433, 434 I 1, 437 Nr. 3, 280 I, III, 281 BGB wie folgt geprüft (S. 538):

K könnte einen Anspruch auf Ersatz der Operationskosten
aus §§ 433, 434 I 1, 437 Nr. 3, 280 I, III, 281 BGB gegen die
D-GmbH haben.

Kaufvertrag gemäß § 433 I BGB

[…]

Mangel bei Gefahrübergang gemäß §§ 433 I 2, 434 I BGB

[…]

Fristsetzung nach § 281 I 1 BGB

[…]

Vertretenmüssen

Gemäß § 280 I 2 BGB ist zu vermuten, dass die D-GmbH die Pflichtverletzung zu vertreten hat. Umstände, aufgrund derer sich die D-GmbH exkulpieren könnte, liegen nicht vor.

Es gibt eine Stelle, an der eine differenziertere Betrachtungsweise notwendig wäre.

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Ist eine Analogie im Strafrecht verboten?

Heute setze ich die „Frage und Antwort“-Reihe folgender Frage fort:

Ist die Analogie im Strafrecht verboten?

Es handelt sich auf den ersten Blick um eine einfache Frage, die aber – wie so viele juristische Antworten – differenziert betrachtet werden muss.

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Leih mich!

Vor ein paar Wochen habe ich diesen Anhänger gesehen. Wenn man ihn betrachtet, könnte sich ein juristischer Reflex einstellen.

 

 

 

 

 

 

 

Welcher?

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