Archiv für Allgemein

Der Mond und die Begriffe

Stellen wir uns heute vor, ein Prüfer lege uns das hier ersichtliche Foto vor, verbunden mit der Frage: Fällt Ihnen dazu etwas aus der juristischen Methodenlehre ein?

Der Fall ist denkbar unwahrscheinlich, aber eine schlechte Prüfungsfrage wäre das nicht.

 

Also: Was sollte uns der Prüfer-Erwartung nach einfallen? Weiterlesen

Freudige Überraschung: Keine Zuzahlung für ein Medikament!

Heute geht es mal wieder um Jura im Alltag. Ich bin von einer mir nahe stehenden Person gebeten worden, bei dessen Hausarzt ein Rezept abzuholen, um damit dann in der Apotheke ein Medikament zu erhalten. In der Apotheke ging ich wie selbstverständlich davon aus, dass nun von mir 5 Euro als Zuzahlung zu entrichten seien. Umso überraschter und erfreuter war ich, als mir der Apotheker einen Kassenbon überreichte, aus dem sich ergab, dass keine Zuzahlung fällig sei. Auf meine Rückfrage erklärte er, dass es sich wirklich nicht um einen Irrtum handele. Wie kann das sein?

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Normzitate als Gefahrgut

Kürzlich habe ich in einem aktuellen Gesetzeskommentar mit Stand 2021 folgende Normenkette gefunden:

[…] § 97 UrhG; § 47 II PatG; § 15 II GebrMG; § 14a I GeschmMG). […]

Worüber könnte man hier stolpern? Über so einiges.

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Digital Markets Act – ein Gesetz?

In der FAZ war kürzlich zu lesen:

Die Pläne für eine striktere Regulierung der Internetunternehmen Google, Amazon, Apple und Facebook in der EU schreiten voran. Die EU-Mitgliedstaaten haben sich nach Informationen der F.A.Z. auf ein neues Gesetz für digitale Dienste geeinigt . Das Gesetz verbietet den Konzernen rund zwanzig Verhaltensweisen, etwa eigene Dienste in Rankings besserzustellen oder den Zugang zum App Store mit Bedingungen zur Abrechnung zu verknüpfen. Die EU-Wirtschaftsminister sollen die Regeln am 25. November annehmen.

Striktere Regulierung für Internetunternehmen, FAZ 28.10.2021, S. 1

Kann es da um ein „Gesetz“ gehen?

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Zum 7. Geburtstag des Blogs: Die „mystische Zahl“ Sieben im BGB

Bei den bisherigen Blog-Geburtstagen wurde immer etwas zum Symbolwert der betreffenden den Geburtstag markierenden Zahl geschrieben. Bei der Zahl Sieben ist das Material so reichhaltig, dass sich jede Art von Gesamtschau von vornherein verbietet. Wer eine Gesamtübersicht sucht, sei auf den guten Wikipedia-Artikel zur Zahl „Sieben“ verwiesen und natürlich auf Großfelds Buch „Zeichen und Zahlen im Recht (Tübingen, 2. Aufl. 1995, dort S. 126ff. Teilweise online). Großfeld berichtet (S. 151f.), was dem Abgeordneten Henley im englischen Parlament geantwortet wurde, als er bei der Beratung des Stock Company Act (1856) wissen wollte, warum man bei der Zahl der Gründungsmitglieder ausgerechnet „der mystischen Zahl sieben“ folgen wolle. Er erhielt die Antwort, dass man ja „irgendwo“ abgrenzen müsse. So recht überzeugt hat das Henley nicht.

Und damit sind wir bei einem überschaubaren Thema angekommen: Der Zahl Sieben im BGB.

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