Als 100. Beitrag diesmal leichte Kost: Das Herzchen als i-Punkt

In dem folgenden Beitrag kann ich mich nur auf eine Zeugenaussage berufen. Diese hat zum Inhalt, dass ein Professor sich aktuell in einer Veranstaltung über folgendes beklagt habe:

Er sehe in letzter Zeit häufig Klausuren, in denen das i statt mit einem i-Punkt mit einem kleinen Herzchen versehen sei. Und das amüsiere ihn nicht. Allerdings sei seine Warnung eigentlich überflüssig. Denn die guten Kandidatinnen und Kandidaten täten so etwas eigentlich nicht, während die schlechten ohnehin beratungsresistent seien.

Es soll nun nicht über die Binnenlogik dieses professoralen Plädoyers nachgedacht werden, aber ein wenig doch über das i mit Herzchen-Phänomen, das es ja wirklich gibt.

Der Professor hatte offensichtlich die handschriftliche Variante in Klausuren vor Augen. Es gäbe aber technisch durchaus auch die Möglichkeit der Verwendung in Hausarbeiten, denn entsprechende Fonts existieren,

zum Beispiel cheri regular

cheri regular

oder kaileen

kaileen

 

 

 

Von der Verwendung solcher Fonts wird ausdrücklich abgeraten!!! Formell verboten sein dürften diese Fonts allerdings in vielen Fällen nicht. Denn Handreichungen für das Verfassen einer Hausarbeit beschränken sich oft darauf, die Schriftgröße festzulegen, nicht aber die Schriftart vorzuschreiben. Vielleicht sollte der eingangs zitierte Professor seine Anleitung insoweit um eine ausdrückliche Verbotskomponente ergänzen.

Ach ja, dann sollte man noch an die handschriftliche Bewerbung für eine Richterstelle denken und den folgenden Ratschlag beherzigen:

Gute Frage. Es gibt Verschwörungstheorien, wonach diese handschriftlichen Lebensläufe speziellen Esoteri…, ähm, Schriftsachverständigen vorgelegt würden, die dann daraus Charakterzüge der Bewerber herausorakeln können sollen. Wenn das Schriftbild zu weit nach links geneigt ist, ist der Bewerber nachlässig. Ist es hingegen zu weit nach rechts geneigt, ist der Autor arrogant. Und wenn die i-Punkte als Herzchen ausgeführt werden, ist die angehende Kollegin zu weich für das Strafrecht. Oder so ähnlich.

Womit sich am Ende noch herausgestellt hat, dass das i mit Herzchen sogar eine Gender-Thematik ist. Mädels, darauf solltet ihr achten.

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